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Beitragsverlauf zum Thema: intravitreale operative Medikamentengabe von VEGF-Blockern wie Lucentisproliferative bei diabetischer Retinopathie

Beitrag vom07.02.2018 19:04

Hallo, und einen guten Tag,
seit etwa 25 Jahren leide ich an einer schwer einstellbaren insulinpflichtigen Diabetes, die allerdings unter Verwendung von künstlichem Kurzzeitinsulin (Novorapid) und Langzeitinsulin (Lantus) sowie disziplinierter Lebensführung eine einigermaßen zufriedenstellende Bz-Einstellung zeigt. Jedenfalls als Masstab des HBA1c.
Eine der Nachfolgeerkrankungen ist die proliferative diabetische Retinopathie, infolgedessen es zu wiederholten Einblutungen ins linke Auge kommt. Jede Einblutung zieht sofort eine erhebliche Visusverschlechterung nach sich, weil vor sechs Jahren an diesem Auge eine Virektomie durchgeführt wurde. Der Effekt ist ähnlich, als wenn man Milch in den Kaffee gießt, es bildet sich eine dicke Vernebelung. So dass ich mit dem Auge nicht mehr erkennen kann, wieviel Finger die Hand vor dem Auge hat. Bei stärkerer Einblutung dauert es mehr als zwei Monate, bis der Visus akzeptabel wird. Die Zeit der Nichteinblutung wird zunehmend kürzer, so dass beispielsweise eine Laserthereapie zur Verödung der unerwünschten Gefäßneubildungen mangels “Durchsicht” nicht möglich ist.
Mittels intravitrealer operativer Medikamentengabe des Präparates Lucentis® (Ranibizumab) sollte das unerwünschte Gefäßwachstum und die größere Durchlässigkeit der Gefäßwände möglichst unterbunden werden. Wegen dieser therapeutischen Maßnahme sollte ich bei der gesetzlichen Krankenkasse BEK einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Das habe ich getan und nach über sechs Wochen Bearbeitungszeit von der BEK eine Absage erhalten. Die BEK hatte den MdK zur gutachterlichen Stellungnahme aufgefordert. Nach Durchlesen des Gutachtens kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Ergebnis “Ablehnung” schon von Anfang festgestanden hat und der MdK nur aus formellen Gründen eingeschaltet worden ist.
Diesem ablehnenden Bescheid möchte ich mit einem Widerspruch begegnen und suche nach Argumenten. Gibt es hierzu irgenwelche Stellungnahmen von dem “Gemeinsamen Bundesausschuss” zur Aufnahme der intravitrealer operativer Medikamentengabe von VEGF-Blockern wie Lucentis in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen? Gibt es Urteile hierzu? Wäre diese therapeutische Maßnahme beihilfeberechtigt und auf welcher rechtlichen Grundlage? Was müsste ich sonst noch berücksichtigen?
Für Antworten danke ich herzlich im Voraus!
Mit freundlchen Grüßen
Adlerauge

Beitrag vom13.02.2018 14:00

Guten Tag,

bitte besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt die Möglichkeit, ein anderes Medikament als Lucentis zur Behandlung Ihrer diabetischen Netzhautveränderung im Rahmen einer intravitrealen Injektion zum Einsatz zu bringen.
Eine Stellunganhme der augenärztlichen Fachgesellschaften finden Sie unter

http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/infos-fuer-aerzte/stellungnahmen.html.

Zu den Themen Urteile/ Beihilfeberechtigung/rechtlichen Grundlage kann ich als Augenärztin Ihnen leider nicht weiterhelfen. Vielleicht rufen Sie mit diesem Anliegen mal bei der Unabhängigen Patientenberatung UPD an, dort besteht eine Rechtsabteilung zur Beratung:
Beratung Deutsch: 0800 011 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen)
Montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Alles Gute wünscht Ihnen Daniela Claessens

Beitrag vom14.02.2018 16:29

Hallo, und einen guten Tag, sehr geehrte Frau Daniela Claessens,
vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag und die guten Wünsche.
Ihrem Rat bin ich gefolgt und konnte in der Augenklinik Ahaus mit dem Spezialisten für das diabetische Auge sprechen. Geplant ist nunmehr die intravitreale operative Medikamentengabe des VEGF-Blockers Eylea ( Wirkstoff Aflibercept) des Herstellers Bayer. Eylea ist in Deutschland seit August 2013 für Erwachsene zugelassen, bei denen sich die Sehschärfe durch ein Makula-Ödem verschlechtert.
Herzlichen Dank auch für den Link zu Stellungnahme der augenärztlichen Fachgesellschaften bezüglich “Therapie der diabetischen Makulopathie - Stellungnahme der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der Retinologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. Stand: April 2013”. Bislang konnte ich diese Stellungnahme nur oberflächlich lesen. Weil mir auch fachliches Wissen fehlt, dessen auch notdürftige Aneignung eben dauert. Aber soviel habe ich verstanden, dass das ablehnende Ergebnis des Gutachten des MdK den hohen Kosten (und der vorgegebenen Ablehnungs-Quote) geschuldet ist, wobei die medizinische Argumentation große fachliche Lücken offenbart. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als zunächst Widerspruch einzulegen und mir fachliche medizinische Hilfe zu holen, um diese Annahme so zu beweisen, dass auch für die Staatsanwaltschaft hinreichender Tatverdacht besteht, um eine Ermittlungsverfahren einzuleiten wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung im Amt. In Anbetracht der schon öffentlich gemachten Tatsache, dass gesetzliche Krankenkassen Leistungen verweigern, zu deren Leistung sie eigentlich verpflichtet wären und darauf spekulieren, dass Betroffene sich gegen den übermächtigen anonymen Apparat nicht wehren können, erscheint es mir angebracht, den Verantwortlichen klarzumachen, dass sie bei derartigem Handeln nicht nur ein sozialgerichtliches Verfahren fürchten müssen, bei dem sie den Schutz des Apparates genießen. Sondern auch direkt und persönlich mit empfindlichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen können.
Eine körperliche Misshandlung im Sinne der §§ 223, 340 StGB ist jede Substanzbeeinträchtigung des Körpers und jede üble, unangemessene Behandlung oder das Ausbleiben der angemessenen Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt. Unter einer Gesundheitsbeschädigung versteht der Strafjurist das Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen Zustandes. Gerade bei Körperverletzungsdelikten im Amt besteht in der Regel eine Schnittmenge zu zivilrechtlichen Schadenersatzansprüchen und Schmerzensgeldansprüchen. In den vergangenen Jahren ist bei nahezu allen Gerichten und Staatsanwaltschaften in Deutschland die Grundtendenz erkennbar, Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit härter zu bestrafen.
Die BEK brauchte als Zeitspanne vom Antrag auf Kostenbewilligung der Anwendung des Mittels Lucentis bis zur Ablehnung etwa sechs Wochen. Es geht aber auch anders: Da ich über meine beamtete Frau beihilfeberechtigt bin, ist bei der Beihilfestelle zeitgleich ein gleicher Antrag gestellt worden. Von dort kam innerhalb von vier Tagen der positive Bescheid, dass diese Behandlung berücksichtigungsfähig ist.
Mit herzlichen Grüßen aus dem Münsterland
Adlerauge

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