Sprungmarken
Inhalt

Beitragsverlauf zum Thema: Autofahren

Beitrag vom09.06.2017 11:45

Habe eine Frage zum Autofahren. Noch habe ich keine Probleme damit. Ab wann geht es um den Führererschein?

Beitrag vom12.06.2017 11:17

Hallo Itsov,

ist ein Führerschein vorhanden und verschlechtert sich die Sehfähigkeit, müssen bei der Frage, ob weiterhin Auto gefahren werden kann, verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.
Dies sind neben dem Visus (Sehfähigkeit) und Einschränkungen des Gesichtsfeldes auch Farbensehen, Stereosehen, Augenbeweglichkeit und vieles mehr.
Ob eine Teilnahme am Straßenverkehr als Autofahrer weiterhin zulässig ist und mit welchen Auflagen sie verbunden ist, wird durch ein augenärztliches Gutachten individuell festgestellt.
Ist die Fahrtüchtigkeit nicht mehr gegeben, muss der Augenarzt den Patienten darüber aufklären. Die Aufklärung muss individuell erfolgen und dokumentiert werden. Der Augenarzt hat zwar ein Mitteilungsrecht an die Behörden, jedoch keine Mitteilungspflicht. Vor der Mitteilung an die Behörden muss der Patient aufgeklärt und darüber informiert werden.
Im Falle von Auffälligkeiten beim Führen eines Fahrzeugs müssen Augenärzte der nachfragenden Behörde Auskunft erteilen, sie können sich in diesem Fall nicht auf die ärztliche Schweigepflicht berufen.

Beitrag vom26.07.2017 09:51

Eigenverantwortliches Handeln schadet niemandem. Wie schätze ich mein Sehvermögen ein? Kann ich damit noch sicher im Strassenverkehr reagieren oder gefähre ich u. U. mein und das Leben anderer?

Damit ich das nicht unterschätzte war ich beim Augenarzt. Trotzdem fahre ich seit letztem Jahr selbstentscheidend nicht mehr (bin 67), denn ich fühle mich unsicher. Es gibt tote Bereiche (Einschränkungen des Gesichtsfeldes) und ich habe Angst etwas/jemanden/Schilder zu übersehen.

Nachts fahre ich schon mehrere Jahre nicht mehr. Da sehe ich kaum noch etwas.

Beitrag vom07.08.2017 16:08

Hallo,

durch meine AMD kann ich nachts nichts mehr sehen und somit auch kein Auto mehr fahren. Mein Augenarzt hat eine Nachtblindheit diagnostiziert. Das bedeutet aber, dass ich nicht mehr zur Arbeit fahren kann. Ich wohne auf dem Land und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel.
Mein Arbeitgeber will meine Arbeitsstunden kürzen, so dass ich nur noch in der Zeit von
9.00 Uhr bis 16.00 arbeiten soll. Das ist auch nicht wirklich eine Lösung. Darüber hinaus nehmen die Probleme auf der Arbeit zu weil ich viele Dinge einfach nicht mehr sehe und somit öfters Fehler mache. Ich arbeite im medizinischen Bereich, also mit Menschen. Da ist es auch schwierig einen Arbeitsplatz dementsprechend einzurichten.
Wie ich in Zukunft weiter meiner Tätigkeit nachgehen soll weiß ich im Moment nicht so richtig.
Wer weiß Rat?

Beitrag vom08.08.2017 09:42

Hallo Blume,

ganz wichtig ist eine Beratung zur der beruflichen Situation. Hier stehen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung:
Der IFD - Intergrationsfachdienst kümmert sich um die Belange am Arbeitsplatz, berät zu den verschiedenen Fragen, die sich aus den Schwierigkeiten, die eine Seheinschränkung am Arbeitsplatz mit sich bringt, ergeben. Eine Arbeitsplatzanpassung oder eine Arbeitsplatzausstattung kann ein Ergebnis dieser Beratung sein.
Die Kosten für die Arbeitsplatzausstattung übernimmt das Integrationsamt.
Das Berufsförderungswerk ist auch ein Ansprechpartner. Hier können entsprechende Techniken gelernt werden, um den Beruf weiterhin ausüben zu können oder auch eine Umschulungmaßnahme eingeleitet werden. Auch Berufsbildungwerke können weiterhelfen.

Eine Beratung ergal bei welchem Ansprechpartner ist in jedem Fall sinnvoll und sollte möglichst bald erfolgen. Adressen finden Sie unter: http://amd-netz.de/hilfe-und-beratung/amd-und-beruf

Wenn Nachtfahrten mit dem Auto nicht mehr möglich sind, ist eine Umstellung auf Jahresarbeitszeit evtl. eine Lösung. In den Sommermonaten kann mehr gearbeitet werden und in den Wintermonaten wird die Arbeitszeit entsprechend gekürzt. Ein Hinweis, wann das Auto bestmöglich noch genutzt werden kann, sind die Beleuchtungszeiten der Straßenlaternen.

Die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises ist sinnvoll zum Nachweis der Beeinträchtigung.

Sinnvoll kann auch ein Austausch mit anderen Patienten sein. Ansprechpartner finden sich bei den Selbsthilfeverbänden PRO RETINA und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverein. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter http://amd-netz.de/versorgungsatlas

Viele Grüße
das Team vom AMD-Netz

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung durch das AMD-Netz Team geprüft. Deswegen kann es zu Verzögerungen kommen, bis ihr Beitrag veröffentlich wird.
Verwenden Sie Ihren Namen oder ein Pseudonym

Nach oben springen